Die verschiedenen Gebißmaterialien

von A wie Argentan bis S wie Silber

Groß ist die Vielzahl verschiedenster Materialien, aus denen heutzutage Gebisse hergestellt werden. Eine Übersicht haben wir hier zusammengetragen.

Argentangebisse

Argentan oder auch German Silver ist eine Kupferlegierung, die anteilig aus Nickel, Zink und Kupfer besteht. Leider gibt es eine größere Zahl von Pferden, die aufgrund des Nickelanteils allergisch reagieren.

Das Argentangebiss wird daher mehr und mehr vom Edelstahl- und anderen Gebissen verdrängt.

Aurigangebisse

Aurigangebisse werden sehr gerne von Pferden genommen, da sie einen hohen Kupferanteil haben (ca. 85%). Kupfer entwickelt im Maul einen süßlichen Geschmack, den die Pferde gerne mögen. Das Material enthält keinen Nickel, daher können Allergien ausgeschlossen werden.

Das Aurigan ist patentrechtlich geschützt und wird nur von der Firma Sprenger vertrieben.

Edelstahlgebisse

Echte Edelstahlgebisse sind wunderbar glatt, leicht zu pflegen und halten bei richiger Pflege sehr lange. Allergien sind nicht zu befürchten.

Eisengebisse

Ein Eisengebiss  rostet vom Speichel im Pferdemaul, und das ist auch so gewollt. Der Rost schmeckt leicht süßlich und soll so das Kauen anregen. Bei Eisengebissen muss man auf scharfe Kanten usw. achten, da sich der Rost in Teilchen löst.

Ein Eisengebiss wirkt leider immer irgendwie alt und dreckig. Daher gibt es mittlerweile auch Gebisse, bei denen die Seiten aus Edelstahl und nur der im Maul befindliche Teil aus Eisen ist. Eisengebisse sieht man meist bei Westernreitern.

Gummigebisse

Man kann 2 Gruppen unterscheiden:

  1. Gummigebisse mit Eisenkern
    Sie sind sehr hart und nicht biegsam. Andererseits halten sie länger als Gummigebisse ohne Kern. Diese Gebisse sollten nur bei Pferden angewendet werden, die ohnehin schon sehr guten Speichelfluss haben.
  2. Gummigebisse ohne Eisenkern
    Sie sind biegsam und Pferde spielen gerne damit. Leider werden sie auch öfter mal "durchgebissen". Diese Gebisse regen den Speichelfluss an.

Kupfergebisse

Gebisse aus purem Kupfer kann man leider nicht verwenden, weil sie zu weich sind. Allerdings gibt es zahlreiche Legierungen oder Gebisse mit Kupfernoppen, Rollen usw.

Ledergebisse

Ledergebisse sind im Kommen. Sie sind weich und bestens für Reitanfänger geeignet. Leider lassen sie sich schwer pflegen. Man kann es nicht einfach abwaschen. Ein neues Ledergebiss muss zunächst in Öl eingeweicht werden und dann vor jedem Reiten nochmal in Wasser, um eine gute Geschmeidigkeit zu erreichen.

Nach dem Reiten, muss das Gebiss gut gesäubert werden. Ein schlecht gepflegtes Ledergebiss ist bretthart und eine Tortur für jedes Pferdemaul!

Nathegebisse

Das Nathegebiss ist nach dem Kunststoff benannt. Dieser Kunststoff ist flexibel und recht weich. Einige Pferde nahmen diese Gebisse so gern an, dass sie sie durchbissen. Leider ist das Material außerdem lichtempfindlich und reißt nach einiger Zeit. Daher werden Nathegebisse heute nur noch mit Metallkern angeboten.

Silbergebisse

Gebisse aus reinem Silber entstammen den Zaumzeugen der  Königspferde. Sie sind sehr weich, aber der Hauptgrund des mangelnden Angebots ist wohl der Preis.

Über den Autor, Freia Schultz-Friese

Freia Schultz-Friese ist dem Pferdesport seit frühester Kindheit verschrieben, und bleibt bis heute den Pferden treu. Sie betreibt den Reit- und Fahrsport aktiv mit eigenen Pferden seit nunmehr über 25 Jahren. Viele Disziplinen hat sie seither ausprobiert. Ihre alten und neuen Erfahrungen bringt sie in den Artikeln des Pferdekuriers ein.